Abkürzungen und Akronyme

Wenn man ein Dokument zum Übersetzen bekommt, das mit Abkürzungen gespickt ist, die nirgendwo im Dokument erklärt werden, geht die Suche los. Zum Beispiel hatten wir neulich eine Präsentation zum Thema „LKF" zu übersetzen. Die Auftraggeberin wusste auch nichts damit anzufangen, da sie das Werk nur weitergereicht hatte.
Der erste Schritt war: Suche in unseren Wörterbüchern. Da ernteten wir Folgendes:

Zwischen „Ljungström-Turbine" (o.ä.) und „Lkw" herrscht ein terminologisches Vakuum. Da es schon nach 18 Uhr war (ja - Übersetzer arbeiten oft noch, wenn andere schon Feierabend haben!), suchte ich dann im Internet.
Das Ergebnis (Google sei Dank!):

LKF - Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung
LKF - Lebende Köderfische
LKF - Luftkissenfahrzeug
LKF - Lagekartenführer
LKF - Luftkriegsführung

Da kein Fund so richtig passte, riefen wir am nächsten Tag beim Auftraggeber der Auftraggeberin an. Die Lösung:

LKF - Leitungs- und Koordinationsstelle Fxxx (hier stand der Name der betreffenden Firma).

Bei einem vorvereinbarten Zeilenpreis - Übersetzen ist Akkordarbeit - geht diese Sucharbeit zu Lasten des Übersetzers. Selbstverständlich schlägt man beim nächsten Angebot etwas drauf, um vorzubeugen. Damit geht man aber das Risiko ein, den Auftrag nicht zu bekommen.

Muss nicht sein - schließlich möchte man gewachsene Kunden- Übersetzer- Beziehungen aufrechterhalten. Wir erledigen für Stammkunden solche Arbeiten eigentlich immer ohne Extraberechnung. Auch Sie als Kunde können Übersetzungkosten senken, indem Sie kryptische Kürzel vermeiden oder der Vorlage eine Liste mit Erklärungen hinzufügen. Wenn Sie aber Abkürzungen verwenden, die firmenspezifisch oder im alltäglichen Sprachgebrauch unüblich sind, sollten Sie diese gleich im Dokumententext, als Fußnote oder im Anhang erklären. Das hilft dann auch Ihrer Zielgruppe beim Lesen - und Verstehen - des Textes.

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